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FuĂ (Einheit)
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
â˛
Ein FuĂ () (englisch foot, Plural feet) bzw. Schuh ist ein frĂźher in vielen Teilen der Welt verwendetes LängenmaĂ, das je nach Land meist 28 bis 32 cm maĂ, in Extremfällen auch 25 und 34 cm.
Der Fuà ist neben der Fingerbreite, der Handbreite, der Handspanne, der Elle, dem Schritt und dem Klafter eine der ältesten Längeneinheiten.
Das einzige heute noch Ăźbliche FuĂmaĂ, der englische FuĂ, beträgt 1 ft = 30,48 cm (12 Zoll). Obwohl es sich nicht um eine SI-Einheit handelt, wird die Einheit FuĂ auch international noch häufig verwendet, vor allem in der See- und Luftfahrt.
Contents
⢠Ursprßnge
⢠Antike
⢠Gegenwart
⢠Wissenschaft
⢠Technik
⢠Logistik
⢠Luftfahrt
⢠Schifffahrt
⢠Sport
⢠Orgelbau
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
UrsprĂźnge
Seit wann der FuĂ als MaĂeinheit verwendet wird, ist umstritten. Sichere SchlĂźsse kĂśnnen aus den frĂźhesten Funden von MaĂstäben gezogen werden. Das älteste unbeschädigte FundstĂźck dieser Art ist die sogenannte Nippur-Elle aus Mesopotamien. Durch Einkerbungen erschlieĂen sich Untereinheiten zu 30 Fingerbreit (digiti Ă 1,73 cm), woraus sich die MaĂeinheiten FuĂ mit 16 digiti (27,6 cm) sowie die Handbreite (palmus = 4 digiti) ergeben. Versuche, die Länge der Elle an Gebäuden zu ĂźberprĂźfen, fĂźhrten zu einem Mittelwert von 518,65 mm.cite-ref-1[1]
Ob daraus â wie im Fall des megalithischen Yard â ein gemeinsames UrmaĂ abgeleitet werden kann, ist in der Fachwelt umstritten. Identische Längen oder ihre Untereinheiten in verschiedenen Kulturen kĂśnnten auch eine Folge der Einheitlichkeit von KĂśrpermaĂen sein, auf die sie zurĂźckgehen.cite-ref-2[2]
Antike
Noch vor der IV. Pharaonen-Dynastie teilten ägyptische Geometer die Nippur-Elle nur noch in 28 Teile. Dadurch wuchs der FuĂ als MaĂ auf 51,8 cm á 28 Ă 16 â 29,6 cm. Genau diese Länge hatte auch das rĂśmische FuĂmaĂ. Demnach unterhalten der megalithische bzw. Nippur-FuĂ und der rĂśmische FuĂ ein Verhältnis von genau 28 zu 30.
Ein FuĂ (lat. pes â 29,6 cm) ist also vier Handbreit (lat. palmus â 7,4 cm) bzw. sechzehn Fingerbreit (lat. digitus â 1,85 cm). Neben dem offiziellen pes monetalis wurde in einigen Teilen der rĂśmischen Nordwestprovinzen auch der sogenannte pes drusianus (â 33,27 cm) verwendet, der gegenĂźber dem offiziellen FuĂmaĂ um etwa 2 digiti länger war. Er wurde benannt nach dem Feldherrn Nero Claudius Drusus.cite-ref-3[3] Das âVier-FuĂ-MaĂâ nannte man in der Spätantike auf Lateinisch ulna (Elle). Das âMaĂ von 1½ FuĂâ ist die natĂźrliche Elle (lat. cubitus). Das âFĂźnf-FuĂ-MaĂâ ist der Doppelschritt (lat. passus). Das englische Yard hat genau drei FuĂ.
Im alten Griechenland zum Beispiel gab es neben dem hauptsächlich verwendeten, eigentlichen FuĂ (griechisch pous) zu 16 Fingerbreit auch eine sogenannte Pygme zu 18 Fingerbreit. Diese Pygme (Unterarm bis zum Handgelenk) wurde oft in Ăbersetzungen in Ermangelung eines geeigneten Wortes auch als âFuĂâ bezeichnet. Dennoch kann festgehalten werden, dass Ăźber die gesamte Zivilisationsgeschichte hinweg der FuĂ stets 16 Fingerbreit beträgt, wobei der âFingerâ als die eigentliche Grundeinheit angesehen werden kann.
Unter den mannigfaltigen, stets voneinander abgeleiteten griechischen Systemen sind vor allem der gemeingriechische Fuà zu nennen (wissenschaftlich seit Heron auch als Pous metrios bezeichnet), der später Üsterreichischer Fuà wurde, sowie der besonders fßr die Erdvermessung des Eratosthenes relevante griechisch-kyrenaische Fuà der Antike.
Griechische FuĂmaĂecite-ref-4[4]
⢠1 Fuà (äginetischer) = 33,30 Zentimeter
⢠1 Fuà (altattischer) = 33,00 Zentimeter
⢠1 Fuà (attischer) = 31,04 Zentimeter
⢠1 Fuà (dorischer) = 32,65 Zentimeter
⢠1 Fuà (ionischer) = 34,83 Zentimeter
⢠1 Fuà (makedonischer) = 27,50 Zentimeter
⢠1 Fuà (olympischer) = 32,05 Zentimeter
⢠1 Fuà (solonischer) = 29,60 Zentimeter
Mittelalter und frĂźhe Neuzeit
Erst im Mittelalter mit seiner Vorliebe fĂźr das Duodezimalsystem wurde der FuĂ statt in sechzehn in zwĂślf Untereinheiten geteilt. Dadurch ergab sich die Daumenbreite, das sogenannte Zoll (lat. uncia, engl. inch, frz. pouce). Auch in anderen Kulturkreisen, z. B. in Japan oder China, sind LängenmaĂe in GrĂśĂe des menschlichen FuĂes bekannt.
Ein karolingischer FuĂ maĂ 32,24 cm, der âPariser KĂśnigsfuĂâ 32,48 cm (vermutlich vom pes drusianus abgeleitetcite-ref-5[5]) und der weit verbreitete RheinfuĂ knapp 31,4 cm.
Der KarlsfuĂ war auf 32,5 Zentimeter festgelegt.cite-ref-6[6]
Bei nahezu allen Bauwerken des Mittelalters wurde der FuĂ als GrundbaumaĂ verwendet. Er lässt sich bei Kirchenbauwerken meist durch Teilung des BreitenmaĂes mit einer theologisch relevanten ganzen Zahl rekonstruieren. Die DombauhĂźtten und ihre Baumeister verwendeten regional unterschiedliche eigene FuĂmaĂe, die entweder antike FuĂmaĂe oder deren Ableitungen waren. Die rekonstruierten Längen liegen zwischen 25 und 35 cm.
Wie man in der frĂźhen Neuzeit versuchte, âein gerechtes MeĂrutâ als Mittelung zu schaffen, zeigt folgender Text des Rechenmeisters, Feldmessers und Stadtschreibers Jakob KĂśbel aus Oppenheim von 1535:
âEin MeĂrute nach rechter Art vnd kĂźnstlichem gemeináş˝ Gebrauch sol also gemacht werden. Es sollen sechtzehen mann / klein vnd groĂ / wie die vngefehrlich nach einander auĂ der Kirchen geháş˝ / ein jeder vor den andern einen Schuch stellen / vnnd damit ein Lenge / die da gerad sechtzehen derselben Schuch begreiffet / messen / Dieselbige Lenge ist / vnd sol seyn / ein gerecht / gemein MeĂrute / damit man das Feldt messen soll / âŚâcite-ref-7[7]
Eine Anweisung zur Grenzvermessung zwischen der Grafschaft Nassau und der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt aus dem Jahre 1719 legt unter Punkt 5 fest, dass zur Vermessung âeine Rute zu 18 Schuh, der Schuh zu 12 Zollâ verwendet werden solle.
Mit der EinfĂźhrung des dezimalen Meters in Frankreich im Jahre 1793 brach man erstmals in der Menschheitsgeschichte mit der Verwendung aller konkret auf den Menschen bezogenen GrundmaĂe sowie mit der traditionellen Bezugnahme auf andere, schon bestehende MaĂe. Die neue Referenz sollte nun der Erdumfang sein. In bestimmten Bereichen, etwa der Landvermessung und Schifffahrt, wurden allerdings schon zuvor verschiedene âgeografische Meilenâ (z. B. in Deutschland 1/15 Ăquatorgrad lang) und davon abgeleitete GrĂśĂen verwendet. Der Meter wurde rein abstrakt als zehnmillionster Teil der Entfernung vom Pol zum Ăquator definiert. In der Folge verschwand das klassische menschliche FuĂmaĂ im Geltungsbereich des Meters.
Zur Vereinfachung und besseren Akzeptanz der Umstellung auf den Meter wurde im 19. Jahrhundert da und dort das alte FuĂmaĂ auf runde Werte des neuen Systems gebracht. Dieser erneuerte FuĂ entsprach im GroĂherzogtum Hessen genau 25 cm, im GroĂherzogtum Baden sowie in der Schweiz (siehe auch: Schweizer Fuss) genau 30 cm und im Herzogtum Nassau genau 50 cm. Diese Einheiten wurden dann meistens in zehn statt wie zuvor in zwĂślf Zoll geteilt. Andere Staaten beschränkten sich darauf, ihren FuĂ und andere MaĂeinheiten in Abhängigkeit zum metrischen Systems zu definieren.
Deutschsprachiger Raum
Die verschiedenen alten deutschen FuĂmaĂe sind durch den Norddeutschen Bund und die Ăbernahme seiner Gesetze bei der GrĂźndung des Deutschen Reiches (1871) sowie den darauf folgenden deutschen Beitritt zur internationalen Meterkonvention (1875) ganz aufgegeben worden.
In Ăsterreich galt Ăźberwiegend der pous metrios zu 31,61 cm.
Terminologisch entsprach dem FuĂ regional der Schuh.
Beispiele der FuĂmaĂe in einigen deutschen Städten und Ländern (gerundet):
⢠282 mm in Weimar
⢠283 mm in Sachsen
⢠285 mm in Frankfurt am Main
⢠286 mm in Wßrttemberg
⢠288 mm in Hessen-Kassel
⢠288 mm in Hessen-Darmstadt
⢠289 mm in Bremen
⢠291 mm in Aschaffenburg
⢠292 mm in Bayern
⢠292 mm in Hannover
⢠296 mm in Augsburg (rĂśmischer FuĂ)
⢠296 mm in Oldenburg (rĂśmischer FuĂ)
⢠297 mm in Salzburg (Erzstift, rĂśmischer FuĂ)
⢠304 mm in Nßrnberg
⢠304 mm in Meiningen-Hildburghausen
⢠314 mm in PreuĂen (RheinfuĂ)
Reformierte FuĂmaĂe im Rheinbund (ab 1806) bzw. nach dem Wiener Kongress (1814/1815) sowie in der Schweiz (gemäà Konkordat von 1835):
⢠30 cm in Baden und in der Schweiz
⢠33â
cm in der Pfalz
Spezielle FuĂmaĂe:
⢠291 mm im Schiffbau (SchiffsfuĂ) in LĂźbeck
⢠284,91 mm als Katasterfuà in Kurhessen
⢠292,87 mm als Artilleriefuà in Bayern
Europäische FuĂmaĂe
| Name | Pariser Linien | Millimeter |
|---|---|---|
| 1 Amsterdamer FuĂ | 125,48 | 283,0615 |
| 1 Ansbacher Stadt-FuĂ | 132,92 | 299,8447 |
| 1 Antwerpener FuĂ | 126,6 | 285,588 |
| 1 Aschaffenburger FuĂ | 127,45 | 287,5 |
| 1 Augsburger FuĂ | 131,29 | 296,1678 |
| 1 Bamberger Feldschuh | 124,296 | 280,3905 |
| 1 Berliner FuĂ | 139,13 | 313,8536 |
| 1 Braunschweiger FuĂ | 126,5 | 285,3625 |
| 1 Breslauer FuĂ | 127,65 | 287,9567 |
| 1 BrĂźsseler FuĂ | 122,2 | 275,6624 |
| 1 dänischer Fuà | 139,13 | 313,8536 |
| 1 Danziger FuĂ | 127,15 | 286,8287 |
| 1 Dresdener FuĂ | 123,3 | 283,1066 |
| 1 Eichstädter Fuà | 134,784 | 304,0498 |
| 1 Frankfurter FuĂ | 126,162 | 284,6 |
| 1 Fuldaer FuĂ | 125,4 | 282,881 |
| 1 alter FuĂ, Griechenland | 135,8 | 306,3417 |
| 1 mittlerer FuĂ, Griechenland | 138,6072 | 310,6473 |
| 1 Hamburger FuĂ | 127,0 | 286,4903 |
| 1 Karlsruher FeldfuĂ | 123,336 | 278,2250 |
| 1 Karlsruher WerkfuĂ | 129,0528 | 291,1212 |
| 1 KĂśnigsberger FuĂ | 136,4 | 307,6952 |
| 1 Krakauer FuĂ | 158,0 | 356,4211 |
| 1 Leipziger FuĂ | 125,3 | 282,6555 |
| 1 Londoner FuĂ | 135,1154 | 304,7974 |
| 1 MĂźnchner FuĂ | 129,38 | 291,8593 |
| 1 Nassauer FeldfuĂ [ 11 ] | 221,648 | 500,00 |
| 1 Nassauer MarkfuĂ [ 11 ] | 132,99 | 300,00 |
| 1 NĂźrnberger ArtilleriefuĂ | 129,83 | 292,8703 |
| 1 NĂźrnberger Stadt-Schuh | 134,75 | 303,969 |
| 1 Pariser FuĂ | 144,00 | 324,8394 |
| 1 Prager FuĂ (BĂśhmen) | 131,4 | 296,416 |
| 1 Regensburger FuĂ | 139,0 | 313,5603 |
| 1 Rheinländer Fuà | 139,13 | 313,8536 |
| 1 rĂśmischer alter FuĂ | 130,68 | 294,7918 |
| 1 rĂśmischer neuer FuĂ (Palmo) | 0 99,03 | 223,3948 |
| 1 russischer FuĂ | 238,6 | 538,10 |
| 1 Salzburger FuĂ | 131,6 | 296,8672 |
| 1 schwedischer FuĂ | 131,6 | 296,8672 |
| 1 spanischer FuĂ | 125,8 | 282,6555 |
| 1 Tiroler FuĂ | 148,11 | 334,111 |
| 1 venezianischer FuĂ | 154,0 | 347,3978 |
| 1 Wiener FuĂ | 140,127 | 316,1023 |
| 1 Wiesbadener FuĂ [ 11 ] | 127,36 | 297,298 |
| 1 WĂźrttembergischer FuĂ | 127,00 | 286,4904 |
| 1 WĂźrzburger FuĂ | 129,3661 | 291,8279 |
| 1 ZĂźrcher FuĂ | 133,6005 | 301,38 |
(Quelle untercite-ref-12[12])
Limprandischer FuĂ
Mit limprandischer Fuà wurde neben dem normalen oder ordinären Fuà das Längenmaà Fuà in Alessandria bezeichnet. Der Unterschied in der Länge war
⢠1 limprandischer Fuà = 12 Zoll = 227,7 Pariser Linien = 0,51367 Meter
⢠1 ordinärer Fuà = 8 Zoll = 151,8 Pariser Linien = 0,342435 Meter
AuĂereuropäische FuĂmaĂe
⢠Das Cape foot galt in der Kapkolonie.
⢠Das chinesische Chi ist heute als 1â3 m festgelegt.
⢠Das japanische Shaku ist heute als 10â33 m festgelegt.
Chi und Shaku entsprechen in der Länge zwar in etwa dem westlichen FuĂ, leiten sich aber von der Handspanne ab.cite-ref-15[15]
Gegenwart
FuĂ als angloamerikanische MaĂeinheit
Heutzutage ist mit der MaĂeinheit FuĂ oder auf Englisch foot bzw. feet die angloamerikanische Längeneinheit FuĂ gemeint, die 1959 international mit 30,48 cm definiert wurde. Das Einheitenzeichen ist ft, im Gebrauch als AbkĂźrzung ist auch das Minutenzeichen Ⲡ(in Unicode das âPRIMEâ-Zeichen U+2032) oder das halbe typografische AnfĂźhrungszeichen '.
⢠1 ft = 1Ⲡ= 12 in = â
yd = 30,48 cm
⢠1 m â 3,2808 ft
Von 1893 (Mendenhall Order) bis 1959 war der FuĂ in den USA als 1 FuĂ = 1200/3937 Meter definiert. Der so definierte FuĂ wurde noch bis 2022 als U.S. survey foot in der Mehrheit der US-Bundesstaaten fĂźr die Landvermessung verwendet.cite-ref-16[16] Die Diskrepanz betrug 2 Millionstel: Der international foot ist exakt 0.999998-mal so groĂ wie der U.S. survey foot. Seit 2023 wird der U.S. survey foot nicht mehr verwendet.cite-ref-17[17]
Wissenschaft
In der Wissenschaft gilt international das dezimale metrische MaĂsystem, und selbst in den USA wird in diesem Bereich der foot nicht mehr verwendet.
Technik
Im Gegensatz zum Zoll, der auch heutzutage noch weltweit verbreitet ist, beispielsweise bei der GrĂśĂenangabe von Autofelgen, ist der FuĂ im technischen Bereich so gut wie nicht mehr international im Gebrauch. Eine der seltenen Ausnahmen ist die gelegentliche Bezeichnung der Breite beim Mähdrescher-Schneidwerk.
Logistik
Viele Angaben sind in FuĂ und Zoll angegeben, so z. B. die Abmessungen der weltweit verbreiteten ISO-Container. Insbesondere die LängenmaĂe sind hier von Bedeutung, da sie die Grundlage der Klassifikationen darstellen, aus denen sich alle weiteren MaĂe im Wesentlichen ableiten. Der Standard sind 20â˛-, 40â˛- und 45â˛-Container.
Luftfahrt
Direkte Werte in FuĂ sind am häufigsten in der Luftfahrt anzutreffen, wo sie als feet die gebräuchlichste MaĂeinheit der FlughĂśhe darstellen. Bei geografischen HĂśhenangaben in Luftfahrtkarten (speziell fĂźr Flugplätze und Berge) wird im Zusammenhang mit der Angabe in FuĂ der Begriff âElevationâ (ELEV) verwendet. Im Luftraum Ăźber der ĂbergangshĂśhe werden die Flugflächen (engl.: flight level, FL) nach ihrer HĂśhe in Vielfachen von 100 FuĂ benannt. Beispiel: Die HĂśhenangabe âFL120â bedeutet: â12000 ft Ăźber der Standard-Bezugsflächeâ.
Schifffahrt
Viele MaĂe basieren auf FuĂ und Zoll oder werden immer noch direkt darin angegeben. MaĂe bei Bauvorschriften fĂźr z. B. Durchstiege, RaumhĂśhen oder die Seereling wurden in FuĂ oder Zoll definiert und werden heute als Millimeterwerte angegeben (HĂśhe der Reling 2 FuĂ entspricht 610 mm, Abstand der StĂźtzen hĂśchstens 7 FuĂ entspricht 2134 mm). Grenzwerte fĂźr Schiffsklassen sind oft ganze FuĂmaĂe. Eine Registertonne sind 100 KubikfuĂ. Tiefgangs-Marken, die sogenannten Ahmings, die am Bug und Heck eines Seeschiffes und bisweilen auch mittschiffs angebracht sind, sind oft in FuĂ skaliert. Bei der Fertigung von Kettengliedern wird zumeist der Zoll verwendet, während die Produkte in Millimeter ausgezeichnet werden (die Glieder einer Âź-Zoll-Kette sind 6,35 mm dick, werden aber als 6-Millimeter-Kette bezeichnet; â
Zoll sind 9,53 mm, werden aber als 10 mm verkauft; und ½ Zoll sind 12,7 mm, heiĂen aber 13 mm). Auf allen amtlichen amerikanischen Seekarten und nautischen VerĂśffentlichungen werden Wassertiefen in FuĂ angegeben. Hingegen sind die Seekarten der britischen Admiralität inzwischen fast durchgehend metrisch.
Sport
In manchen Sportarten sind MaĂe ursprĂźnglich runde FuĂwerte, werden inzwischen aber häufig in Metern spezifiziert und dabei nur manchmal auf glatte Werte gerundet. Der Basketballkorb beispielsweise hängt 10 ft hoch (umgerechnet 3,048 m). Die Abmessungen eines FuĂballtors stammen aus der Zeit, als in England erste Regeln wie die Acht-Acht-Regel aufgestellt wurden. 8 ft (= 2,44 m) hoch und 8 yds (24 ft = 7,32 m) breit. Die britischen MaĂe werden auch heute noch im FIFA-Regelwerk parallel zu den metrischen MaĂen angegeben.cite-ref-18[18] Alle vorgegebenen Abmessungen eines Baseball-Spielfeldes sind grundsätzlich FuĂ-MaĂe.
Orgelbau
Im Orgelbau wird der FuĂ heute fĂźr die Angabe der TonhĂśhe von Orgelpfeifen verwendet. Die sogenannte FuĂtonzahl gibt die klingende TonhĂśhe eines Orgelregisters an. Bei einem 8â˛-Register lässt die Taste C auch den Ton C erklingen, bei einem 4â˛-Register den Ton c0 usw. Dabei wird von einer theoretischen Standardpfeife fĂźr die Taste C ausgegangen. FĂźr die heutige Stimmung hat im Orgelbau ein FuĂ etwa 32 cm. Abhängig von der Bauart weicht die tatsächliche Länge einer Pfeife bei gleicher TonhĂśhe jedoch von der in FuĂ angegebenen Länge ab.
Auch die Unterschiede der regional Ăźblichen FuĂmaĂe im historischen Orgelbau spielten bei der Nennung der FuĂtonzahl keine Rolle, da sie nur grob angegeben wurde. So wurde beispielsweise das MaĂ 2 2â3ⲠregelmäĂig als 3Ⲡgeschrieben.
Siehe auch
Literatur
⢠Albrecht Kottmann: FĂźnftausend Jahre messen und bauen. Planungsverfahren und MaĂeinheiten. Verlag J. Hoffmann, Stuttgart 1981, ISBN 3-87346-065-3.
⢠Albrecht Kottmann: Vom Geheimnis der alten Meister. Symbolzahlen, MaĂeinheiten und Bemessungsverfahren von der Vorzeit bis zur EinfĂźhrung des metrischen Systems. Verlag J. Fink, Lindenberg i. Allgäu, 2003, ISBN 3-89870-020-8.
⢠Rolf C. A. Rottländer: Vormetrische Längeneinheiten.
⢠Schulze, Johann Karl: Neue und erweiterte Sammlung logarithmischer, trigonometrischer und anderer ⌠Tafeln, Band, 1, Berlin 1778, S. 317 f.: Vergleichung der FuĂmaĂe verschiedener Oerter mit dem kĂśniglichen Pariser FuĂ.
Weblinks
⢠Umrechner fĂźr angloamerikanische und metrische MaĂeinheiten
Einzelnachweise
cite-note-11. â Rolf C. A. Rottländer: Antike LängenmaĂe. Untersuchungen Ăźber ihre Zusammenhänge. Vieweg, Braunschweig 1979, ISBN 3-528-06851-5, S. 7 f.
cite-note-22. â Siehe z. B. O. A. W. Dilke: Mathematik, MaĂe und Gewichte in der Antike (Ăźbersetzt von R. Ottway), Reclam, Stuttgart 1991, ISBN 3-15-008687-6, S. 15. FĂźr ein einheitliches UrmaĂ argumentiert R. Rottländer.
cite-note-33. â Clive J. Bridger: The Pes Monetalis and the Pes Drusianus in Xanten. In: Britannia 15, 1984, S. 85 ff.
cite-note-44. â Wolfgang Trapp: Kleines Handbuch der MaĂe, Zahlen, Gewichte und der Zeitrechnung. BechtermĂźnz Verlag im Weltbildverlag GmbH, Augsburg 1996, S. 206, ISBN 3-86047-249-6.
cite-note-55. â Rolf C. A. Rottländer zur Verbreitung vormetrischer Längeneinheiten
cite-note-66. â Heinz-Dieter Haustein: Weltchronik des Messens. Universalgeschichte von Mass und Zahl, Geld und Gewicht. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017173-0, S. 91 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-77. â Jakob KĂśbel: Geometrey. Erstausgabe: Frankfurt a. M. 1535 (postum). Online-Version: Sächsische Landesbibliothek â Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Nachdruck 1598.
cite-note-88. â JĂźrgen W. Koch: Der Hamburger Spritzenmeister und Mechaniker Johann Georg Repsold (1770â1830). Diss. Hamburg 2001, S. 179 (Google Books).
cite-note-99. â Lagen der ThĂźrme und der Sternwarte in Hamburg gegen den Thurm der grossen Michaeliskirche nebst ihren HĂśhenunterschieden und Tafeln, um das Hamburger Fussmaass in Dänisches, Preussisches, FranzĂśsisches und Englisches Maass, und die fremden Maasse in Hamburger Fussmaass zu verwandeln. S. 8. Perthes-Besser & Mauke, Hamburg 1843. Digitalisat
cite-note-1010. â Dr. Franz Mozhnik: Lehrbuch des gesammten Rechnens fĂźr die vierte Classe der Hauptschulen in den k.k. Staaten. Im Verlage der k.k. SchulbĂźcher VerschleiĂ-Administration bey St. Anna in der Johannisgasse, Wien 1848. S. 131 als jpg-Datei.
cite-note-nelkenbrecher-111. Johann Christian Nelkenbrecher: Allgemeines Taschenbuch der MaaĂ-, Gewichts- und MĂźnzkunde, der Wechsel-, Geld- und Fondscourse usw. fĂźr Banquiers und Kaufleute. Sandersche Buchhandlung, Berlin 842, S. 444.
cite-note-1212. â Johann SchĂśn: Die Ziffernrechnung. 2., Ăźberarbeitete Auflage. Goebhardtâsche Buchhandlung, Bamberg/WĂźrzburg 1815, S. 318â320 (Volltext in der Google-Buchsuche). ; fĂźr ZĂźrich Hans Kläui, Otto Sigg: Geschichte der Gemeinde Zell. ZĂźrich 1983 (beispielhaft fĂźr etliche Ortschroniken).
cite-note-1313. â Gotthard Oswald Marbach: Populäres physikalisches Lexikon. Band 2, Otto Wigand, Leipzig 1835, S. 470.
cite-note-1414. â Johann Friedrich KrĂźger: Vollständiges Handbuch der MĂźnzen, Masse und Gewichte aller Länder der Erde. Gottfried Basse, Quedlinburg/Leipzig 1830, S. 100.
cite-note-1515. â Kanji des Monats â shaku, japanische Botschaft in Deutschland
cite-note-1616. â Leslie Nemo: Multistate Disagreement over the Length of the Foot to End. Scientific American, 1. Juni 2020, abgerufen am 4. Juni 2023 (englisch).
cite-note-1717. â Putting the Best âFootâ Forward: Ending the Era of the U.S. Survey Foot (1959 to 2022). National Institute of Standards and Technology, abgerufen am 4. Juni 2023 (englisch).
cite-note-1818. â FIFA â Spielregeln 2015/2016. (Memento vom 15. Juni 2016 im Internet Archive; PDF; 2,41 MB) S. 9, Abruf 6. Juli 2017.